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streetpainting






Die Geschichte der Straßenmalerei


Straßenmalerei ist in Europa seit dem 16. Jahrhundert bekannt und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der volkstümlichen Kunst. In Italien werden Straßenmaler "madonnari" (Madonnenmaler) genannt. Wie der Name "madonnari" schon sagt, ist die italienische Straßenmalerei seit ihrer Gründung eine Form der frommen Kunst gewesen. Die Geschichte der Straßenmalerei ist eng verbunden mit der langen und reichen Tradition der italienischen Prozessionskunst. Dabei wurden mit farbigem Sand sowie mit Blütenblättern kunstvolle Bilder geschaffen. Auch die berühmte Parade "Pasadenas Rose" kommt von dieser Tradition. Wunder, kleine Ikonen und Ex-Voto-Bilder, die der Kirche zur Ehrerbietung für ein beantwortetes Gebet gegeben werden, sind das Genre des madonnaro. Historisch gesehen waren madonnari reisende Künstler, die für ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung standen. Sie nutzten die vielen Festivals und die Feiertage, die auch heute noch in Italien einzigartig sind. Die madonnari übten ihre Kunst überwiegend auf solchen Feiern aus.

Bis ca. 1970 reproduzierten Madonnari einfache Bilder mit groben Materialien. Der zweite Weltkrieg verringerte tragisch die Zahl dieser reisenden Künstler. Die letzten dreißig Jahre haben nicht nur eine Wiederbelebung, sondern eine wahre Explosion dieser Kunstform ausgelöst. Junge Künstler und Kunststudenten weltweit - vor allem in Amerika und Italien - fingen an, auf die Straßen zu gehen und brachten neue Ideen, Techniken und Begeisterung für diese schon fast verlorene Kunstform. Die Zeiten von Tafelkreide und Holzkohle waren vorbei. Die Bilder wurden jetzt mit selbst hergestellten Pastellen gemalt und wiesen bereits hohe Qualitäten auf. Die Künstler begannen mit Blattgold, silberner Farbe, farbigem Sand, Glas und auch Vogelfedern zu experimentieren. Die Motive dieser "neuen Straßenmalerei" - längst nicht mehr beschränkt auf reine Madonnendarstellungen - waren Kopien von alten Meistern. Bilder von Rembrandt, Michelangelo, Dürer, Raphael,Caravaggio und vieler anderer Meister schmückten jetzt die Straßen und Piazzas Italiens.

Mit enormem Stolz und dem neu gewonnenen Respekt für ihre Arbeit fingen diese jungen Maler an, ihr Publikum mit immer schwierigeren Bildkompositionen herauszufordern. Häufig brauchten sie für ein Bild Tage und Wochen. Um dem allgemeinen Wunsch nach grösseren und handwerklich besseren Bildern nachzukommen, kam die Idee auf, bewegliche Malunterlagen zu verwenden. Anfangs wurde dickes Papier verwendet. So waren die Straßenmaler in der Lage, bei schlechtem Wetter ihr Bild mitzunehmen. Später ersetzte vorbereitetes Segeltuch oder Leinwand die Papierunterlage. Die Madonnari bekamen jetzt Angebote von den Passanten, ihre Arbeit zu kaufen oder ein spezielles, beauftragtes Motiv zu malen. Das Arbeiten auf Segeltuch hatte Vorteile gegenüber Papier. Die Bilder wurden dauerhaft und absatzfähig.

1972 schuf die kleine Gemeinde Grazie di Curtatone in Norditalien den ersten internationalen Straßenmaler-Wettbewerb. Das Anliegen dieses Festivals war es, die Arbeit von denen zu honorieren und zu veröffentlichen, die als die letzten Vertreter dieser traditionellen Kunst galten. Die ältesten dieser Maler waren über 90 Jahre alt. Mit jedem Jahr kamen jüngere Maler und das Festival wurde immer grösser. Immer mehr Publikum wurde von diesem Spektakel angezogen. Damit hätten seine Gründer nie gerechnet. Das Fest ist bis heute populär geblieben und ist ein Beispiel für Veranstaltungen dieser Art in der ganzen Welt.

 

Noch mehr Informationen zur Straßenmalerei finden Sie auf
www.strassenmaler-info.de



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